„Erfrischend, bunt und himmlisch gut.“

Kirchspiel Zoppoten

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Moment Mal

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.“ (Psalm 139)

Bild von Daniel Twal auf Pixabay

Liebe Gemeinde,

was würde Jesus wohl für ein Fortbewegungsmittel nutzen?

Würde er ein Elektroauto fahren, um die Umwelt zu schonen?

Einen Kleinbus, um möglichst viele Menschen mitzunehmen?

Einen Sportwagen, um möglichst schnell zu sein?

Oder den ÖPNV (öffentlichen Personen Nahverkehr?)

Das ist reine Spekulation. Die Bibel berichtet davon, dass er Boot gefahren ist. Und ansonsten nur einmal, dass Jesus überhaupt gefahren wäre. Dieses Fahren hat es dann aber in sich. Er ist aufgefahren in den Himmel.

So bekennen wir es im Glaubensbekenntnis. Und das ist der Grund dafür, dass wir uns heute versammelt haben. Wir feiern Himmelfahrtsgottesdienst.

Die Himmelfahrt (Jesu) ist ein Abschied. Seine Jünger und alle, die seitdem an ihn glauben, müssen zurechtkommen, ohne dass Jesus leibhaftig dabei wäre. Das ist eine Herausforderung: Als ER mit seinen Jüngern unterwegs war, hat ER die Reden gehalten, Wunder bewirkt, die Menschen überzeugt. ER ist die zentrale Person. ER steht am Anfang des Christentums.

Ohne Jesus ist es schwer, in seinem Sinn weiterzumachen. Das wusste er auch selbst. Im Johannesevangelium ist uns eine Abschiedsrede (kurz vor seiner Gefangennahme) überliefert. 

Am Ende betet ER: „Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.

Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.

Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast.

Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.“ AMEN

Zugegeben: Diese Zeilen gehören nicht zu denen, die auf Anhieb leicht zu verstehen sind. Ich möchte 2 Gedanken herausgreifen.

Gleich im ersten Satz heißt es: „damit sie alle eins seien“. Eins seien - damit ist unsere Gemeinschaft mit Gott und unser Glaube gemeint. Gott schenkt uns, dass wir in den Glauben hineinwachsen, dass er (der Glaube) Bestandteil und Fundament unseres Lebens ist. Niemand von uns könnte das je von sich aus bewerkstelligen.

Ganz gleich, wann und wie Sie mit dem Glauben in Kontakt gekommen seid (als Kind/im Erwachsenenalter). Entscheidend ist, dass Sie gemerkt haben: Ich kann mir gar nicht vorstellen, ohne meinen Glauben zu leben. Das ist nichts Spektakuläres. Und dennoch etwas ganz Wichtiges.

Das ist manchmal schwierig - vor allem dann, wenn wir merken, dass wir immer weniger werden. Viele Denken, es geht auch ohne unsere christliche Gemeinschaft. Es geht ohne Gott und ohne Kirche.

Die ersten Christen damals haben eine ähnliche Erfahrung gemacht: Viele Außenstehenden, die miterlebt haben, wie die Jünger alleine klar kommen musste, dachten: Die (Jünger) werden das nicht mehr lange durchhalten. Über kurz oder lang erledigt sich das mit den Urchristen als Glaubensrichtung von selbst.

In den vergangenen 2000 Jahren in der Kirchengeschichte gab es immer wieder Zeiten, in denen Außenstehende aber auch Kirchenleute sicher waren, dass sich das mit der Kirche bald erledigt haben wird.

Neben diese Beobachtungen von der kleiner werdenden Kirche will ich die wunderbare Erfahrung stellen, die Menschen erleben, wenn sie entdecken: „Ich kann und will mir ein Leben ohne meinen Glauben an Gott nicht vorstellen“.  Darum: Lasst uns fröhlich leben - mit Gott.

Mein 2. Gedanke: „Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben.“ - heißt es weiter. Das Wort herrlich benutzen wir im alltäglichen Sprachgebrauch, wenn wir etwas als besonders hervorragend und wohltuend empfinden.

Mitunter sagen wir dann auch das ist ja himmlisch. Ob ich sage: „Das Bier schmeckt himmlisch oder das Bier schmeckt herrlich“, ist dann fast dasselbe.

Und so ist es auch mit der himmlischen Herrlichkeit. Diese Herrlichkeit bezieht sich natürlich auf Gott und Jesus Christus. Sie bedeutet so viel wie Gott ist vollkommen, stark und würdig/mächtig.

Wenn Jesus sagt: „ich habe IHNEN die Herrlichkeit gegeben“, meint er uns Menschen. Denn wir haben Anteil an dieser himmlischen Herrlichkeit. Und dass wiederum heißt, dass wir vor Gott würdig und wertvoll sind - auch dann, wenn wir uns unvollkommen oder ohnmächtig fühlen. Dass Gott uns stark macht und Kraft schenkt - auch dann, wenn wir nach menschlichem Ermessen schwächeln.

 Mit der himmlischen Herrlichkeit ist jedoch auch ein Auftrag verbunden. Nämlich der Auftrag, in Jesu Sinn leben und in seinem Auftrag zu handeln.(Das Wirken Jesu fortführen):

-        den Menschen die biblischen Geschichten erzählen

-        liebevoll und barmherzig miteinander umgehen

-        Im Sinn der biblischen Botschaft leben

-        Vielfalt in der Kirche leben, Glauben individuell ausdrücken

Was Jesus für ein Fortbewegungsmittel fahren würde, habe ich am Anfang gefragt? Wer weiß. Entscheidend ist, dass Jesus nicht der einzige Fahrer bleibt.

Gewiss, er fährt vornweg. Doch wir dürfen/sollen ihm nachfolgen.

Jeder in seinem Auto, jeder mit eigenem Fahrstil und hoffentlich mit ganz vielen Mitfahrern. AMEN


Es grüßt Sie herzlich Ihre Pastorin Stephanie Ladwig